Bauanleitungen

BACKEN UND KOCHEN IM FREIEN

Bauanleitungen und Tipps
 
Eine kurze Einleitung:
 
Sich im Freien zu bewegen und aufzuhalten wirkt appetitanregend und macht Hunger. Wer über längere Zeit unterwegs ist hat es bald einmal „satt“ sich aus dem Rucksack zu verpflegen. Deshalb ist es sinnvoll Methoden und Rezepte zu kennen mit welchen man Speisen einfach und mit wenigen Mitteln unterwegs zubereiten kann.
 
Diese Methoden eignen sich aber nicht nur für längere „Expeditionen“ sondern auch für die Gestaltung spezieller Aktivitäten. Besonders das Ofenbauen eignet sich als Inhalt für eine Tagesaktivität kombiniert mit einem Ausflug oder einer kurzen Wanderung. Das gemeinsame kochen des Essen auf dem offenen Feuer ergibt nachweislich eine positive Atmosphäre und fördert das Gruppengefühl.
 
Bauanleitung Brotbackofen:
 
Die Angaben über die Grösse des Ofens entsprechen ungefähr einem Ofen in dem ein Brot von einem Kilo gebacken wird.
 
Zuerst werden flache Steine gesammelt welche als Boden im Ofen verwendet werden. Die flachen Steine sollten nicht zu klein oder dünn sein. Sie sollten in etwa den Radius vom 60-70 cm ausmachen und eine stärke (dicke) von 5-6 cm haben. Idealer Weise besteht die Grundplatte aus vier bis sieben Steinen.
Anschliessend an die Grundplatte wird der Ofen aufgebaut. Als Fundament dienen eher grössere Steine. Eine Öffnung vom ca. 30 X 30cm wird offen gehalten damit der Ofen geheizt werden kann. Der Rest des Ofens wird mit Steinen zu einer Halbkugel abgeschlossen. Für das Ofentor braucht man noch einen Stein der das „Ofenloch“ abschliesst. Dieser wird mit gefeuert damit er auch heiss wird. Dazu wird er immer wieder beim Feuern angelegt.
 
Damit die Form einer Halbkugel erreicht wird ist etwas Mut erforderlich und bei jeder Reihe neuer Steine darauf zu achten, dass sie nach innen geneigt sind. Je höher der Ofen wird, desto schwieriger wird der Bau. Erst mit dem letzten Stein wird der Ofen stabil und kann nicht mehr in sich zusammenbrechen.
 
Nun kann der Ofen gefeuert werden. Am Anfang muss sehr vorsichtig geheizt werden da die Gefahr von zerspringenden Steinen extrem hoch ist. Dieses Risiko kann man minimieren dadurch, dass man bei „kritischen“ Steinen eine zweite Lage Steine anbringt.
 
Nach etwa einer guten Stunde ist der Ofen heiss genug um den Teig hinein zugeben. Zuerst werden die gesamte Glut und die Asche aus dem Ofen entfernt. Dann kann der Teig in den Ofen gebracht werden. Nach ca. einer Stunde ist das Brot fertig und kann aus dem Ofen genommen werden.
 
Eine Besonderheit beim Steinofen besteht darin, dass das Brot darin nicht verbrennen kann. Die Energie und Hitze der Steine sind dafür nicht gross genug.
 
Wenn Kleinbrote im Ofen gebacken werden muss öfters nachgeschaut werden ob sie fertig sind.
 
Bauanleitung Hirtenofen:
 
Der Hirtenofen wird grundsätzlich gleich gebaut wie der Brotbackofen. Eine „Grundplatte“ ist jedoch nicht nötig. Da die Lebensmittel auch auf der Glut gegart werden können. Die Öffnung zum Feuern kann kleiner gehalten werden, ca. 20X20 cm. Vorteilhaft ist es wenn für den Hirtenofen kleinere Steine verwendet werden so entsteht mehr Oberfläche und dadurch mehr Hitze im Ofen.
Beim feuern ist es wichtig nicht zu viel Hitze abzugeben. Am Anfang langsam einheizen und erst wenn man sieht, dass die Steine „trocken“ werden mehr Holz nachlegen.
 
Nach ca. einer guten Stunde (eher mehr) kann der Ofen bestückt werden. Dazu wird der Ofen von oben nach unten abgebaut. Die heissen Steine werden auf die Seite gelegt und die Lebensmittel in den Ofen. Die Reihenfolge bestimmen die Lebensmittel welche am meisten Hitze (Glut) ertragen.
 
Die Lebensmittel werden dann wieder mit den heissen Steinen bedeckt. Und der ganze Ofen mit grossen Blätter, welche zuvor gepflückt wurden abgedeckt.
Als Abdeckung empfehle ich grosse Blätter am besten Pestwurzblätter. Wenn die Blätter zu klein, oder in zu wenigen Schichten aufgetragen werden sickert Erde und Sand durch die Steine in den Ofen.
 
Der gesamte Ofen wird danach mit Erdschollen abgedeckt um die Wärme im Ofen zu isolieren. Je dicker und kompakter die Isolation ist umso besser. Nun kann man sich gut eine Stunde am feinen Duft der Erde und am Dampfen des Ofens freuen und warten bis die Lebensmittel gar sind.
 
Um die Speisen würzig zu machen braucht es fast keine Zusätze. Die Steine, die Blätter und die Erde darauf verleihen den Zutaten ungeahnten Geschmack.
 
Vorsicht allerdings mit den heissen Steinen, immer nur mit Handschuhen arbeiten.
 
 
Andere Techniken und Methoden:
 
Urofen:
Drei gleich hohe Steine in einem Dreieck gelegt ergibt eine ausreichende Fläche um einen Topf oder eine Pfanne über dem Feuer zu erhitzen.
 
Auf einer Seite der drei Öffnungen wird gefeuert und nach bedarf Feuer oder Glut unter den Topf gestossen. Bei zu viel Hitze kann auf den andern beiden Seiten Glut abgezogen werden. So kann die Hitze unter dem Topf reguliert werden.
 
Fisch auf Astgabel:
 
Zwei in etwa gleichgrosse Astgabeln werden nahe beim Feuer in die Erde gesteckt. Die Fische gewürzt und in die Astgabeln gelegt. Nach Bedarf mit Handschuhen gewendet.
 
Nachtisch:
 
Schokobananen:
Bananen zur Hälfte aufschneiden mit Schokoladestücken füllen und in die Glut legen.
 
Wenn die Bananen auf der Seite eingeschnitten werden sind sie wohl stabiler und können in der Glut nicht umfallen (gut geeignet für Kinder). Ästhetischer  sehen sie aus wie wenn sie von oben eingeschnitten werden und als Schiffchen in die Glut gestellt werden. Beide Varianten schmecken aber gleich gut.
 
Schlangen, oder Stockbrot:
Einen passenden Teig machen, salzig oder süss. Den Teig um einen Stock wickeln und über dem Feuer backen. Schlangenbrot kann einfach so, oder mit Füllung gegessen werden.
 
Besonders beliebt ist der Schokoladen Hot Dog.
Süsses Schlangenbrot, wenn es fertig gebacken ist wird es vom Stab gezogen und das „Loch“ mit Schokolade gefüllt. Diese schmilzt im warmen Brot, deshalb Schokoladen Hot Dog.
 
Ähnliches kann man auch mit Käse machen. Ergibt dann Stangen Fondue…